Meiner Erfahrung nach, hat jedes Gelände so seine Vor-und Nachteile. So dass es mir letztendlich nicht möglich ist eine grundsätzliche Aussage darüber zu treffen, mit welchem man die Fährtenarbeit beginnen sollte.

Ich für meinen Teil, fange am liebsten mit niedriger Frucht und blanken Acker an. Gehe dann, wenn der Hund schon begriffen hat was er soll, auf Mähwiese über und zu guter Letzt ins Brachland und auf Waldboden.

Vor- und Nachteile der Geländestrukturen

Blanker Acker

Ein großer Vorteil ist natürlich, dass der Fährtenleger genau sieht wo er lang gelaufen ist und seinen Hund dementsprechend korrigieren kann. Die Ablenkung durch pflanzlichen Geruch ist nicht gegeben.

Nachteile gibt es auf diesem Gelände allerdings sehr viele. Bei trockenem Wetter, kann der Boden sehr staubig sein und wirkt manchmal störend, bei einem Hund der mit sehr tiefer Nase sucht. Bei nassem Wetter kann es matschig werden und der Hund könnte sich, aus Mangel an Gummistiefeln, weigern weiter zu gehen. Starker Wind hat eine große Angriffsfläche und trägt die Gerüche oft weit aus der Spur heraus. Im späteren Verlauf, wird auch der Geruch des Gegenstandes, weit über die Fährte getragen. Hat der Hund erst einmal entdeckt, dass er die Spur auch sehen kann, könnte es sein, dass er anfängt auf Sicht zu suchen. Dies ist mir allerdings noch bei keinem meiner Hunde passiert. Ein Hund verlässt sich da doch lieber auf seine Nase. Tiefe Reifenspuren lenken stärker ab, als auf bewachsenen Boden.

Frucht (Getreide)

Ich finde das beste Gelände, da die Vorteile hier überwiegen.

Der Wind kann hier nicht so viel anrichten wie beim blanken Acker. Es wächst nur eine Pflanzenart, es gibt nicht so einen großen Mischgeruch. Als Fährtenleger ist es einem meist möglich die Spur noch zu sehen.

Die Nachteile sind eher organisatorischer und zeitlicher Art. Man sollte eine Frucht nur betreten, wenn sie noch sehr kurz ist und noch nicht in den Halm übergegangen ist. Denn dann kann es sein, dass sie sich nur schwer wieder aufstellt und man sie zerstört. Da dieser Zeitraum nur sehr kurz ist, muss man ihn reichlich ausnutzen. Und Landwirte sind überhaupt nicht begeistert, wenn man ein und den selben Schlag öfter betritt.

Wiese

Hier bevorzuge ich natürlich die Mähwiese. Das Gras ist immer auf gleicher Länge und nicht durch Weidetiergerüche und deren Geilstellen, für die Fährte unbrauchbar gemacht.

Die Nachteile können fast vernachlässigt werden. Bringen manchen Hund allerdings in „Verlegenheit“. Wildtierspuren, in Sassen befindliche Hasen, viele Mauselöcher und die Gerüche der verschiedensten „Wildkräuter“.

Dieser Nachteile wegen, empfehle ich sie nicht unbedingt für die ersten Fährten.


Raps und Konsorten

Durch den starken Eigengeruch, den man im zertretenem Zustand manchmal schon als Mensch riechen kann, ein sehr schweres Gelände und nur für fortgeschrittene Hunde zu empfehlen.

Wenn man sich nicht sicher ist, kann man eine kleine Probe machen, indem man einfach mal ein Blatt abbricht und es zwischen den Fingern kaputt reibt. Kann man einen Geruch wahrnehmen ist es schwerer für den Hund, da dieser für ihn natürlich noch viel kräftiger ist.

Gründung

Der größte Vorteil hierbei ist, dass der Landwirt meist keine Probleme sieht, wenn man diesen betritt, da es sowieso unter gepflügt wird. Meist handelt es sich auch nur um eine Pflanzenart, so dass es auch nicht zu einem großen Mischgeruch kommt.

Allerdings kommt es darauf an, welche Pflanze der Landwirt gesät hat. Hier gibt es manchmal auch stark riechende und ölige Arten, die die Sucharbeit wieder erschweren können. Der oben beschriebene Test ist hier sehr ratsam.

Mais

Leider immer mehr vertreten. Versteht sich von selbst, das man ihn natürlich auch nur in der ersten Wachstumsphase betritt. Durch seine starke Gewebestruktur und seinem starken Halm wird er sonst zerstört.

Da er aber weit auseinander gesät wird, ist es schon noch möglich die Fährte auf dem blanken Boden dazwischen zu legen. Es ist dann eine Fährte auf blankem Acker, mit dem Vorteil, das der Wind sie nicht so weit streut. Aber man hat den Geruch des Mais als Ablenkung.

Brachland

Wie man sich denken kann, eins der schwierigsten Geländearten. Verschiedenste Pflanzen, viele Wildtiere, verschiedenste Bodenstrukturen. Also Gerüche ohne Ende. Nur für fortgeschrittene Hunde zu empfehlen.

Ein Vorteil, man darf es meist ohne Probleme betreten.

Waldboden

Auch dieser Boden nur für fortgeschrittene Hunde. Dies ist schon dadurch zu erklären, dass auch der Mensch den starken Geruch wahrnimmt, ohne das etwas zertreten wird.

 

Die letzten beiden Böden sind nicht nur für den Hund eine Herausforderung sondern auch für den Fährtenleger. Ich würde mir sicher, wie immer, eine Zeichnung von der gelegten Fährte machen, da sie nicht mehr sichtbar sein wird.

Die wichtigsten Maßnahmen, bevor man mit der Fährtenarbeit überhaupt beginnt und unabhängig vom Gelände ist, sich die Genehmigung des Landwirtes einzuholen, dass man seine Grundstücke betreten darf und die Einwilligung des jeweiligen Jagdpächters, die nicht zu unterschätzen ist.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man in einem persönlichem Gespräch im Vorfeld, in dem man genau erklärt, was man da vor hat und dem Landwirt klar macht, das man seine Pflanzen achtet und nicht zerstört und dem Jagdpächter erklärt, dass man auf Wild Rücksicht nimmt und nicht zu dicht an evtl. Schonungen sucht, meistens ein O.K. bekommt.

Nun kann man ruhigen Gewissens seine Fährtenarbeit beginnen, ohne bei jedem Trecker oder Offroader Herzklopfen zu bekommen.

 

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