Das Fährtenbuch

Wie schon erwähnt, habe ich, um einen bleibenden Überblick zu behalten, für jeden meiner Hunde ein solchen Buch geführt.
 
Legende/ Inhalt des Buches
  1. Datum und Uhrzeit

  2. Wetter, Temperatur,Windrichtung

  3. Gelände

  4. Art der Fährte

  5. Anzahl der Schenkel/Winkel

  6. Art und Anzahl der Gegenstände

  7. Leinenlänge

  8. Schrittzahl / Fährtenlänge

  9. Liegezeit

  10. Fährtenskizze

 
Vielleicht werden jetzt die meisten sagen, was für ein Aufriss, gerade für die ersten kleinen Fährtchen, aber es lohnt sich wirklich.

Das Datum ist schon deshalb wichtig, damit man kontrollieren kann, in welchen Zeitabständen man gearbeitet hat und die Arbeit eher besser oder schlechter wurde, bei langer oder kurzer Pause. Jeder hat eine grobe Vorstellung von den Verhältnissen der Natur, die zu der jeweiligen Jahreszeit herrschen.

Die Uhrzeit sagt viel über das „Bodenwetter“ aus. Morgens ist der Boden meist feuchter und man hat, bei Windstille, in hügeligem Gelände Talwind in Bodennähe. Am Nachmittag ist das Gegenteil der Fall.

Wetter ist natürlich sehr wichtig. Wenn es leicht regnet, kann dies von Vorteil sein, da der Hund die Geruchspartikel im feuchten Zustand besser entschlüsseln kann. Regnet es stark, können ein Großteil weggeschwemmt werden. Schneit es wohl möglich, können die Geruchspartikel abgedeckt werden. Brutzelt die Sonne, ist es nicht nur für den Hund anstrengender auch die Geruchsentwicklung verkürzt sich.

Die Temperatur ist ein sehr wesentlicher Faktor. Ist es eher kühl, kommt die Geruchsentwicklung langsamer in die Gänge, hält aber länger an. Bei hohen Temperaturen kehrt sich dieser Zustand um.

Wind, je nach Stärke und Richtung, trägt er dazu bei, ob und wie weit der Geruch von der eigentlichen Spur weg getragen wird. Die Richtung zeichne ich auch in der Skizze ein.

Jedes Gelände hat seinen Eigengeruch und ist somit anders zu bewerten. Dies habe ich hier ausführlicher beschrieben.

Mit der Art der Fährte ist gemeint, ob es eine Schlepp-, Leckerchen-, Eigen-, oder Fremdfährte ist.

Winkel und Schenkelanzahl sagen nur etwas über die Form und evtl. Schwierigkeitsgrad der Fährte aus.

Welche und wie viele Gegenstände man benutzt, ist für die Arbeit des Verweisens nicht unwichtig. Hier gibt es mehr Information dazu.

Eine Übersicht, von der gearbeiteten Leinenlänge zu haben, fand ich immer sehr nützlich. Da man am Anfang ja eher mit kurzer Leine sucht, muss man sie bis zu einer Prüfung ja auf 10 m verlängern. Ein größerer Abstand zum Hundeführer, hat schon so manchen, nicht ganz sicheren Hund durcheinander gebracht.

Die Notwendigkeit, die Schrittzahl zu berücksichtigen sollte klar sein. Zum einen muss die Fährte bei einer Prüfung eine gewisse Länge haben und es sagt viel über die Kondition und das Durchhaltevermögen des Hundes aus.

Die Liegezeit ist für die Geruchsentwicklung wichtig. Sie nimmt, je nach Wetter und Temperatur, schneller zu und auch wieder ab. Lege ich hier die Aussagen von Hr. Syrotuck bei durchschnittlichem Wetter zu Grunde, ist der Geruch der pflanzlichen Fährte nach 20 Minuten am stärksten, fällt dann bei 30 Minuten fast bis auf Null herab um dann wieder zu steigen und hat seine höchste Intensität bei 3 Stunden. Der Geruch der menschlichen Fährte hat bei 60 Minuten seinen Höhepunkt erreicht und fällt dann kontinuierlich wieder ab. Ich habe es immer so gehalten, dass ich nach 20 Minuten oder zwischen der ersten und dritten Stunde gesucht habe.

Die Skizze. Sie hilft, gerade wenn die Fährten länger und verwinkelter werden, sehr gut die eigene Fährte wieder zu finden. Ein Problem mit dem jeder Fährtenleger am Anfang zu kämpfen hat. Und es gibt nichts Ärgerliches, als sich mit Hund auf der Fährte zu verlaufen. Hier kann man alle wesentlichen, festen Geländestrukturen, wie Bäume, Pfosten ect. einzeichnen.


Diese ganzen Angaben kann man gut während der Wartezeit, nach dem Legen, eintragen.


Sofort nach dem Suchen, schnappe ich mir das Fährtenbuch und einen roten Stift um den Weg auf der Skizze einzuzeichnen, den mein Hund genommen hat und schreibe in Textform die Ausarbeitung und eventuelle Störungen ect. auf.


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