Aufbauarbeit in der Fährte

Wenn sie jetzt ein Rezept erwartet haben, muss ich Sie leider enttäuschen. Für mich gilt dabei nur eine Regel, dass es keine gibt.

Die Art der Aufbauarbeit ist für mich von sehr vielen Faktoren abhängig.

Beim Hund sind dies, Alter, Größe, Intelligenz, Motivation und Rasse.

Beim Hundeführer vor allem die Motivation. Was will man mit seinem Hund erreichen oder möchte man ihn nur artgerecht beschäftigen.

Einiges, auf das ich Wert lege, habe ich in der Beschreibung Allgemeines ja schon dargelegt.

Bei mir würden für jeden Hund nur, ausgehend von einer „Leckerchenfährte“, die ersten ein bis drei Fährten gleich aussehen.

Zuallererst schaut mir der Hund, auf einige Entfernung, beim Legen der Fährte zu. Ich wähle einen leicht zu suchenden Boden, eventuell blanken Acker , ich suche in den Morgenstunden, an nicht zu heißen Tagen und ich entscheiden mich für Rückenwind.

Ich trete ein kleines Dreieck auf den Boden in dem ich ein paar weiche Leckerchen platziere, stecke ein Markierungsschild in den Boden und gehe dann, in normaler Schrittlänge, aus der Spitze des Dreiecks heraus in eine Gerade von 20 – 50 Schritt. Wobei ich in jeden Fußabdruck ein Leckerchen hinterlasse. Am Ende hinterlege ich einen „Jackpot“, der bei mir aus einer winzigen Dose Katzenfutter besteht.

Nun kann die Suche beginnen. An kurzer Leine führe ich den Hund an den Abgang und motiviere in verbal (Such und ggf. „Fein“) und mit Fingerzeig, das Dreieck nach Leckerchen abzusuchen. Geht er allein in die Spur über ist natürlich ein dickes verbales Lob fällig. Jedes Abweichen aus der Spur wird mit einem „Nein“ kommentiert. Hat er bis zum Ende gesucht, mit wie viel Hilfe auch immer, bekommt er an Ort und Stelle den Jackpot.

Nach drei gesuchten Fährten kann ich nun meine weitere Strategie festlegen, da ich nun vieles besser einschätzen kann. Ist der Hund motiviert, vielleicht sogar zu stürmisch, nimmt er die Leckerchen auf, oder lässt er sie sogar liegen. Lässt er sich stark ablenken oder ist er voll bei der Sache. Fühlt er sich von etwas gestört, etwas Leine, Geschirr oder meinen verbalen Äußerungen.

All diese Sachen fließen in den Aufbau der nächsten Fährten mit ein.

Eine Sache finde ich auch noch sehr wichtig. Die ersten Fährten sollten in sehr kurzen Zeitabständen gelegt werden. Bis der Hund eine Vorstellung davon hat, was man von ihm möchte. Ist der Zeitabstand zu groß und zieht sich über mehrere Tage hin, kann es sein, dass man immer wieder von vorne anfängt und der Hund gar nicht oder erst sehr spät weiß was er soll.

Gegenstandsarbeit übe ich, wie schon erwähnt, separat. Erst wenn der Hund vernünftig sucht und fehlerlos verweist, lege ich den ersten Gegenstand am Ende der Fährte aus.

So sind Sie vielleicht jetzt nicht unbedingt schlauer geworden, aber gerade in der Fährtenarbeit führen sehr viele Wege nach Rom. Man sollte sich deshalb nicht über andere Arbeitsweisen wundern und sich nie festlegen lassen.

Ich finde es eine wunderbare Beschäftigung und für mich und auch meine Hunde, hat sich alle Mühe immer gelohnt.


 

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